Menschen haben Überzeugungen, die sie leiten und aus denen heraus sie handeln. Diese Fähigkeit wird nicht selten als spezifisch menschliche ausgezeichnet – zeigt sie doch, wie der Mensch seine Welt symbolisch und kulturell erschließt und sich in ihr zurechtfindet. Die besondere Motivation, die aus solchen Überzeugungen erwächst, ist dabei ebenso interessant wie die Tatsache, dass wir sie auch mitteilen, gemeinsam vertreten oder kontrovers diskutieren können.
Zu einem Ganzen der Weltdeutung verbunden, bilden sich anhand von Überzeugungen Gemeinschaften und Glaubenssysteme unterschiedlicher Kohärenz und (Ab-)Geschlossenheit. Sie werden in kultureller oder religiöser Hinsicht häufig als Weltanschauungen, in politischer Hinsicht als Ideologien bezeichnet. In übersteigerter Form können sie Konflikte antreiben und – etwa als Verschwörungsmythen – auch im Gegensatz zu Common Sense und Wissenschaft stehen.
Wie wirken Überzeugungen sich auf kulturelle Traditionen, alltägliches Handeln oder politische Einstellungen aus? Was unterscheidet den Glauben an geschlossene Systeme von Überzeugungen, die wir akzeptabel oder rational finden wie z.B. die „wissenschaftliche Weltanschauung“? Wie geht eine offene Gesellschaft mit den festen Überzeugungen von Menschen um, selbst wenn sie diese nicht teilt?
Diese Fragen und weitere Aspekte wie Deutungsmachtkonflikte, Verschwörungsmentalitäten und Weltanschauungsfreiheit werden in der interdisziplinären Vorlesungsreihe mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern u.a. aus Philosophie, Psychologie und Soziologie, Religions-, Politik- und Rechtswissenschaft diskutiert.
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