ERC Advanced Grants für zwei Forschende der JGUEdward Lemke und Andreas Walther erhalten Förderung in Millionenhöhe von der EU
Zwei Forschende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) die Zusage für jeweils einen ERC Advanced Grant erhalten und können nun mit Förderung in Millionenhöhe für fünf Jahre rechnen. Wie der ERC heute bekannt gegeben hat, werden die folgenden beiden Forschenden der JGU gefördert: Prof. Dr. Edward Lemke, Professor für Synthetische Biophysik der JGU und Adjunct Director des Instituts für Molekulare Biologie (IMB), mit rund 3 Millionen Euro, und Prof. Dr. Andreas Walther, Professor für Makromolekulare Materialien und Systeme der JGU und Max Planck Research Fellow am Max-Planck-Institut für Polymerforschung, mit rund 2,6 Millionen Euro. Der Advanced Grant ist eine der höchstdotierten Fördermaßnahmen des ERC. Er richtet sich an etablierte Spitzenforschende mit einer herausragenden wissenschaftlichen Leistungsbilanz, die neue Forschungsgebiete erschließen möchten. Edward Lemke hatte bereits im Jahr 2019 einen ERC Advanced Grant erhalten und im Jahr 2015 einen ERC Consolidator Grant, der ähnlich hoch dotiert ist. Andreas Walther hatte im Jahr 2020 einen ERC Consolidator Grant erhalten und im Jahr 2015 einen ERC Starting Grant, die Förderung des ERC für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler am Beginn einer unabhängigen Karriere.
„Die Einwerbung von zwei ERC Advanced Grants – einer der angesehensten und wettbewerbsintensivsten Forschungsförderungen weltweit – ist ein herausragender Erfolg“, gratuliert Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der JGU. „Die Förderbewilligung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in unserer Forschungslandschaft steckt – denn interdisziplinäre Vorhaben wie MShapeM und ProtoEco schaffen nicht nur neues Wissen, sondern haben im hochkompetitiven Wettbewerb auch mit innovativen Forschungsansätzen überzeugt. Damit tragen sie dazu bei, die internationale Sichtbarkeit unseres Landes im Bereich der Wissenschaft weiter zu stärken.“
Die Projekte im Einzelnen:Edward Lemke: Molecular Shape Microscopy (MShapeM)
Das Projekt „Molecular Shape Microscopy“ (MShapeM) ist darauf ausgelegt, Protein-Konformationsdynamiken in lebenden Zellen in Echtzeit und mit Nanometerauflösung abzubilden. MShapeM beschränkt sich nicht auf eine einzelne Technologie, sondern integriert synergistische Fortschritte in drei hochmodernen Bereichen: (1) Protein- und RNA-Bioengineering unter Einsatz von RNA-Editing, um Codons so umzuprogrammieren, dass kleine fluoreszierende Farbstoffe mit Aminosäurepräzision in endogene Proteine eingebaut werden; (2) innovative Farbstoffchemie zur Entwicklung dual-fluorogener Farbstoffe für Live-Cell-Imaging mit hohem Signal-Rausch-Verhältnis; (3) fortgeschrittene Super-Resolution-Mikroskopie, um stabil emittierende Farbstoffe kontinuierlich mit sehr hoher zeitlicher und nanometergenauer räumlicher Auflösung zu verfolgen. Zu den Benchmark-Anwendungen gehört die Untersuchung hochdynamischer großer Proteine, für die Konformationsdynamiken entscheidend, aber bislang kaum verstanden und mit keiner anderen Technologie zugänglich sind. Durch die Aufnahme von „molekularen Actionfilmen“ arbeitender Proteine soll MShapeM die Grenzen zwischen Struktur- und Lebendzellbildgebung aufheben und eine beispiellose visuelle Schärfe der Proteinfunktion in ihrer nativen Umgebung ermöglichen.
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